Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Schwyz – Notrufsysteme als digitale Helfer

Den Menschen mit technischer Hilfe das Leben vereinfachen

Das SRK bietet mit modernen Notrufsystemen wie «Casa» eine zuverlässige Verbindung von Technologie und benutzerfreundlichem Design. Per Knopfdruck oder Sprachbefehl kann jederzeit ein Notruf ausgelöst werden – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. So entsteht Sicherheit im Alltag, genau dann, wenn sie gebraucht wird.

Bernhard Kather leitet beim SRK Kanton Schwyz den Notruf-Service. Seit Januar 2023 hat er den Bereich neu strukturiert und gezielt weiterentwickelt. Im September 2025 übernahm er zusätzlich die Leitung des Fahrdienstes. Sein Anspruch ist es, beide Angebote zukunftsorientiert auszurichten und optimal auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abzustimmen. Digitale Technologien sieht er dabei als grosse Chance, bei gleichzeitig wachsender Komplexität. Besonders motiviert ihn, wenn Hilfe schnell, konkret und spürbar ankommt.

Seine Nähe zur Technik prägt seinen Werdegang: Nach seiner Auswanderung in die Schweiz im Jahr 2000 war Kather bis 2009 als Country Manager für ein deutsches Telefonie Unternehmen im DACH-Raum tätig. Anschliessend baute er ein Vertriebsnetz für Verschlüsselungssoftware auf und entwickelte Konfigurationslösungen für 25 Automarken, darunter Audi, VW, Honda und Hyundai. Nach einer beruflichen Auszeit engagierte er sich freiwillig im SRK-Fahrdienst in Dietikon. Mit seinem Umzug nach Innerthal im Jahr 2022 wechselte er zum SRK Kanton Schwyz, wo er kurze Zeit später die Leitung des Notrufes übernahm.

Technologie, die Sicherheit schafft

Die Notruf-Systeme gehen jedoch weit über eine klassische Alarmfunktion hinaus: In Kombination mit einem Armbandsensor erkennen sie Stürze automatisch, ermöglichen sprachgesteuerte Notrufe und bieten Zusatzfunktionen wie eine CO₂-Ampel zur Raumluftüberwachung sowie Erinnerungen ans Trinken. Gerade für ältere Menschen trägt dies wesentlich zur Prävention bei.

Hilfe in jeder Notsituation

Der SRK-Notruf deckt nicht nur medizinische Notfälle ab, sondern jede Art von Notsituation, etwa Brände oder Einbrüche. Die Notrufzentrale nimmt Meldungen entgegen, klärt die Situation durch gezielte Rückfragen und koordiniert die notwendigen Schritte. Je nach Lage werden Kontaktpersonen informiert oder Einsatzkräfte wie Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert. Dieses System entlastet die öffentlichen Notrufstellen, da nur relevante Fälle weitergeleitet werden. Dadurch können Einsätze effizienter gesteuert und Kosten reduziert werden.

Die SRK-Kontaktperson: Sicherheit auch ohne Angehörige

Ein zentrales Element ist die 2024 eingeführte «SRK-Kontaktperson». Sie richtet sich an Menschen, die keine ausreichenden privaten Kontaktpersonen mehr benennen können – ein zunehmendes gesellschaftliches Phänomen. Diese professionelle Ansprechperson ist rund um die Uhr erreichbar und springt im Notfall ein. 

Zusätzlich bietet das Modell finanzielle Sicherheit: In Zusammenarbeit mit SOS144 werden Restkosten von Rettungseinsätzen übernommen, die nicht durch die Krankenkasse gedeckt sind. Da die Grundversicherung meist nur einen begrenzten Beitrag leistet, können schnell erhebliche Eigenkosten entstehen. Mit einem vergleichsweise geringen monatlichen Zusatzbeitrag lassen sich diese Risiken vollständig absichern – ein in dieser Form schweizweit einzigartiges Angebot.

Entlastung für Betroffene und Angehörige

Seit über 30 Jahren sorgt der SRK-Notruf für Sicherheit im Alltag. Nutzerinnen und Nutzer gewinnen dadurch Selbstständigkeit und Bewegungsfreiheit – zu Hause wie unterwegs. Besonders Angehörige profitieren: Der Notruf schafft Sicherheit im Hintergrund und gewährleistet, dass im Ernstfall sofort Hilfe organisiert wird. Gerade bei alleinlebenden Menschen kann dies entscheidend sein, da Unfälle sonst oft lange unentdeckt bleiben.

Persönliche Beratung und umfassender Service

Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist die persönliche Beratung vor Ort. Statt anonymer Verkaufsprozesse setzt das SRK auf individuelle Abklärung der Bedürfnisse. Installation, Einführung und Betreuung erfolgen direkt bei den Nutzerinnen und Nutzern zu Hause. Vorab werden wichtige Informationen wie Gesundheitsdaten, Medikamente oder Patientenverfügungen erfasst. Im Notfall stehen diese sofort zur Verfügung, sodass rasch und gezielt gehandelt werden kann. Auch nach der Installation bleibt das System betreut: Es wird laufend überwacht, regelmässig getestet und bei Bedarf gewartet oder ersetzt. So ist eine dauerhaft zuverlässige Funktion gewährleistet.

So funktioniert der Notruf im Einsatz

Im Ernstfall genügt ein Knopfdruck oder – je nach System – eine automatische Auslösung, etwa durch Sturzerkennung. Sofort wird eine Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt. Dort wird die Situation direkt mit der betroffenen Person geklärt und die passenden Massnahmen eingeleitet. Die Zentrale bleibt bis zum Eintreffen der Hilfe in Kontakt und informiert auf Wunsch auch Angehörige. 

Dank der bereits erfassten persönlichen Daten können Entscheidungen schneller getroffen und Einsatzkräfte optimal vorbereitet werden. Auch nach dem Einsatz sorgt das SRK bei Bedarf für weitere Unterstützung.

SRK-Fahrdienst 

Menschen, die sich möglichst lange eigenverantwortlich zu Hause versorgen, unterstützt der SRK-Fahrdienst in ihrer Mobilität. Dies wird sehr dankbar angenommen. Mehr Informationen zu den Preisen.

Vom Notruf zur digitalen Alltagsassistenz

Moderne Notrufsysteme entwickeln sich zunehmend zu umfassenden Assistenzlösungen. Künftig werden zusätzliche Funktionen integriert, etwa Medikamentenerinnerungen, Gesundheitsmonitoring oder die Organisation von Dienstleistungen wie Fahrten oder technische Hilfe. Auch die Mobilität nimmt zu: Nutzerinnen und Nutzer sollen künftig auch ausserhalb ihres Wohnorts – etwa im gesamten DACH-Raum – abgesichert sein. Diese Systeme fördern ein selbstbestimmtes Leben und entsprechen dem gesellschaftlichen Trend «ambulant vor stationär». Sie ermöglichen es, länger sicher zu Hause zu leben und tragen gleichzeitig zur Entlastung der öffentlichen Hand bei.

Ein Bild, das Person, Im Haus, Kleidung, Geschirr enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Departement Sicherheit des Kantons Schwyz,
Regierungsrat, Xaver Schuler, Foto © Axel B. Bott

 

Abgrenzung zum Notruf 112, nachgefragt bei der Sicherheitsbehörde im Kanton Schwyz

Die europaweite Notrufnummer 112 ist die oberste Alarmstelle und verbindet direkt mit der Polizei. Notrufsysteme sind jedoch bewusst hierarchisch organisiert, um Überlastungen zu vermeiden. Während 112 sofortige Einsätze auslöst, übernimmt der SRK-Notruf die vorgelagerte Triage von Hausnotrufen. So gelangen nur Fälle mit tatsächlichem Interventionsbedarf zu den Behörden. 

Regierungsrat Xaver Schuler-Steiner, Vorsteher des Departements Sicherheit, betont auf Rückfrage die klare Abgrenzung des SRK-Notrufangebots zum Notruf 112. Während die staatlichen Notfalldienste eigenständig organisiert sind und unter anderem mit dem Sicherheitsfunknetz POLYCOM arbeiten, das künftig durch ein modernes, krisensicheres Mobilkommunikationssystem ersetzt werden soll, ergänzt der SRK-Notruf dieses System gezielt.

Der SRK-Notruf trägt damit dazu bei, Ressourcen effizient einzusetzen und die Notfalldienste zu entlasten. So wird das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure gestärkt und die Versorgung der Bevölkerung insgesamt verbessert.

Mehr Informationen: 

https://www.srk-schwyz.ch/sites/default/files/2025-12/KV_SZ_Notruf-Flyer-2025-2025-10-06_GzD.pdf

https://www.bsm.sid.be.ch/de/start/themen/bevoelkerungsschutz-zivilschutz/zivilschutz/polycom.html

Dieses System ist allerdings in die Jahre gekommen und wird nun durch das Mobile Sicherheitskommunikationssystem MSK, ersetzt:

https://www.blaulicht-iv.ch/fachartikel/2025-2/projekt-mobiles-sicherheitskommunikationssystem-msk 

Der Schweiz wird dadurch ein landesweit krisensicheres Mobilfunknetz zur Verfügung gestellt.

Axel B. Bott, 21. April 2026