GESCHICHTE

Das SRK Schwyz hat eine lange Tradition. Vorläuferorganisationen bestehen seit bald 125 Jahren - ein kurzer Abriss.
1895
Angaben über die ersten Jahre des SRK im Kt. Schwyz finden sich im Generalbericht des Schweizerischen Zentralvereins vom Roten Kreuz. Es gibt zu Beginn bereits Kantonalsektionen und daneben Lokalsektionen an einzelnen Orten in den verschiedenen Kantonen. Es existieren auch bereits die ersten Samaritervereine, die dem SRK unterstellt sind. Der Kt. Schwyz ist  seit Beginn von 1895 eine Kantonalsektion mit 33 Aktiv- und 28 Passivmitgliedern. Als Gründungsdatum steht der 18. Januar 1895. Gründerpräsident war Major Dr. C.  Real aus Schwyz, assistiert von der Schriftführerin Frl. Ida von Reding. Wenig später kommt Frl. Louise Wiget aus dem Hinterdorf als Rechnungsführerin in den Vorstand. Zu Beginn bestehen die Aktivitäten aus einem Samariterkurs, Hilfeleistung bei Unglücksfällen und ganz wesentlich beteiligen sich die Mitglieder an der freiwilligen, unentgeltichen,  privaten Krankenpflege. Dazu kommen Vereinsabende mit Vorträgen und praktischen Uebungen. Vermögen ist in den ersten Jahren nur wenig vorhanden, rund 400 Franken. Die erste Anschaffung ist ein Desinfektions-Apparat für 210.Franken.

1896
Die junge Sektion ernennt Henri Dunant zu ihrem Ehrenmitglied.

1897
In Schwyz wird ein fester Samariterposten eingerichtet. In der Folge entstehen in Innerschwyz allmählich feste Krankenmobilien-Magazine.

1903 
Dr. Real tritt als Präsident zurück. Sein Nachfolger wird Dr. med. J. Weber, Herrengasse, Schwyz. Im gleichen Jahr mietet die Sektion eine Wohnung in Schwyz für die Krankenpflegerinnen.

1904
Ab 1904 stehen drei Krankenpflegerinnen im Dienste des Vereins. Es sind drei Schwestern aus dem Kloster Ingenbohl. Der Bezirk und die Gemeinde Schwyz zahlen Beiträge an den Verein.

1907
Der Vereinwar war in den folgenden Jahren nur wenig aktiv, weil die Durchführung des Jubiläumsfestspieles der Japanesen die Aufmerksamkeit der ganzen Bevölkerung auf sich konzentrierte.

1909-1918
Spätestens ab 1909 ist die Sektion Schwyz mit Samaritervereinen auch in Arth, Einsiedeln, Goldau und Lachen aktiv. Während des 1. Weltkrieges wurden Geld und Naturalgaben gesammelt. Die Sektion stellte auch freiwillige Helfer für das nationale Rote Kreuz zur Verfügung. Während der Grippe-Epidemie von 1918 wurden in Schwyz zwei Grippe-Notspitäler eröffnet.

1928
In diesem Jahr verliert der Verein seine Sekretärin, Frl. Ida von Reding. An Stelle der  «in die ewigen Gefilde Abberufenen» übernimmt Frl. Julie Bruhin, Herrengasse, Schwyz, das Amt der Aktuarin.

1930
Erstmals findet eine Delegierten-Versammlung des SRK in Schwyz statt. Der Verein verfügt nun über ein Vermögen von 12'000 Franken, bei Ausgaben von 3700 Franken und Einnahmen von 4300 Franken.

1932
In diesem Jahr stirbt Dr. Weber. Seine Nachfolge tritt Dr. Hans Koller an. Die Fräulein Wiget und Bruhin amten immer noch als Kassierin bzw. als Sekretärin. In den folgenden Jahren stellt die private Krankenpflege vor allem ärmerer Bürger durch die Schwestern aus Ingenbohl die Hauptaktivität des SRK im Kt. Schwyz dar.

1937
Der Präsident, Dr. Koller, verstirbt. Alois Castell-Lüönd führt als Vize-Präsident interimistisch den Verein. Mit dem Ableben Dr. Kollers verliert der Zweigverein eine prägende Führerfigur. Das SRK Kt. Schwyz  verliert an Schwung. Dies geht auch aus den kurzen Jahresberichten der folgenden Jahre hervor, die nur wenig Informationen enthalten. Diese beziehen sich mehrheitlich auf den Pflegedienst. Für 1939 fehlt der Jahresbericht völlig. Erst im Verlaufe des 2. Weltkrieges werden die Dienste der Sektion wieder vermehrt beansprucht. Näharbeiten beschäftigen die Mitglieder des Roten Kreuzes und der Samaritervereine. Dazu werden für Kriegsflüchtlinge Geld und Naturalien gesammelt. Die Soldaten der Schweizerarmee werden mit Wäsche versorgt.

1940
Nach 40 Jahren reicht Frl. Louise Wiget ihre Demission als Kassierin ein.

1942-1943
In diesen Jahren fehlen die Jahresberichte der Sektion Kanton Schwyz.

1944
Eine Neugründung der Sektion Kanton Schwyz drängt sich auf. Es muss Schwierigkeiten zwischen dem Krankenpflegeverein Schwyz, d.h. dem alten Zweigverein Schwyz, und dem SRK gegeben haben. Vermittelnd wirkte der Präsident des Zweigvereins Luzern. Am 7. Oktober 1944 findet im Hotel Wysses Rössli Schwyz die Gründungsversammlung statt. Es gibt neue Statuten und Schwyz wird eine offizielle Sektion des SRK. Man beteiligt sich an den nationalen Sammelaktionen für die Kriegsgeschädigten. Die eigentliche Organisation der Sektion wird auf 1945 verschoben.

1946
Bereits 1946 ist die Sektion wieder ohne Präsident, da dieser nach Ausserschwyz umgezogen ist. Doch gibt es inzwischen über 200 Mitglieder und die Aktivitäten erstrecken sich auf «einige» Bezirkshauptorte. Der kantonale schwyzerische Samariterbund scheint aber durch die Turbulenzen im SRK in seinen Aktivitäten nicht gestört zu sein, im Gegenteil, die Sektion unterstützt die Samariter, wenn immer dies möglich ist. Schwyz beteiligt sich an allen nationalen Aktionen des SRK.

1947
Der Vorstand wird neu bestellt. Doch das Vereinsleben scheint in den nächsten Jahren bescheiden zu sein. Einzig Frl. Anny Schreiber aus Arth ergreift die Initiative und übernimmt die Kinderhilfe.

1950-1951
In diesen beiden Jahren liegen keine Geschäftsberichte vor.

1952
An den Spitälern Schwyz und Lachen wird der Blutspendedienst eingeführt, der sich in den folgenden Jahren positiv weiter entwickelt. Vor allem Mitglieder des Samariterbundes und einfache Arbeiter melden sich als Spender. Die Werbung brachte der Sektion 100 neue Mitglieder.

1954
Mit Otto Ebnöther aus Siebnen wird erstmals ein Vertreter der March in den Vorstand aufgenommen.

 
1956
Dr. med. Kälin wird zum Präsidenten gewählt. Mit ihm wird die Sektion wieder aktiver. Doch scheint es in all den Jahren vorwiegend der Samariterbund zu sein, der das Gedankengut von Henri Dunant in die Tat umsetzte, während sich das Rote Kreuz auf die Unterstützung nationaler Aktionen beschränkte und oft in einzelnen, kantonalen Katastrophenfällen wie bei Feuer oder Lawinenniedergängen mit Geld und Naturalgaben half.

1961
Der Schwyzer SRK-Verein zählt 250 Mitglieder und verfügt über ein Vermögen von rund 15'000 Franken. Bis 1962 führt Dr. Hans Kälin-Sulzer, Schwyz, die Sektion.

1963
Dr. med. L. Gemsch wird Präsident und das Sekretariat wird von Frau M. Feusi, St. Katharinenhof, Pfäffikon, geführt. Weil Dr. Gemsch das SRK noch zu wenig kennt, verzichtet er 1963 auf einen Jahresbericht. Zudem sind die andern Mitglieder des Vorstandes nicht mehr bereit, ihre Chargen weiterzuführen. Für die meisten der folgenden Jahre fehlen die Jahresberichte. Die Blutspende-Aktionen klappen jedoch bestens, vorwiegend dank der Samariter. Auch scheint Ausserschwyz nun voll ins SRK des Kt. Schwyz integriert zu sein. Neu wurde ein Betagtenturnen eingeführt.

1966
Der Werbechef Franz Wiget startet eine erfolgreiche Aktion zur Werbung von Aktivmitgliedern.

1969
Erfreuliche Entwicklung des Betagtenturnens «unter der bewährten Leitung der zwei Altersballettinitianten Frl. Lina Fuchs, Einsiedeln, und Josef Stöckli, Schwyz».

1969
«Der heilpädagogische Wanderdienst von Rochus Schuler, Schwyz, ist heute, nach zähem Ringen anerkannt und als Schuldienst für die körperlich und geistig behinderten Kinder eine segensreiche Einrichtung.»

1970
Die Schwyzer Gemeindeschwester und Hebamme «Helen» (Nachname unbekannt) erhält vom SRK einen «Rotkreuzkäfer» (VW Käfer), welchen dieses selber zur Maisammlung geschenkt erhalten hatte, s.u.

1972
Es finden zwei Kurse Krankenpflege zu Hause.

1973
In diesem Jahr sind es schon 19 Kurse Krankenpflege zu Hause.

1975
Ab diesem Jahr gibt es Altkleidersammlungen.

1976
Neu gibt es den Kurs Pflege von Betagten und Chronischkranken

1977
Neu gibt es den Kurs Mutter und Kind. Das SRK Schwyz führt einen Ballonwettbewerb durch: der Ballon der fünfjährigen Simone Van Erkel aus Brunnen fliegt bis ins südschwedische Helsingborg.
1987
Organisatorisch ist das SRK Kanton Schwyz nach drei Schwerpunkten bzw. Ressorts aufgebaut: Blutspenden im inneren Kantonsteil, Kurswesen und Fürsorgewesen. Bei den Blutspenden besteht trotz Konzept noch Klärungsbedarf mit dem Spital Schwyz, den Samaritern und dem Zentrallaboratorium. Das SRK will eine Rolle spielen beim Aufbau der Spitex im Kanton.

1988
Das Kurslehrerinnenteam umfasst 14 Schwestern. Wegen Mangels an Pflegepersonal wurde der Grundpflegekurs häufiger angeboten. Bedarfsstudien und weitere Abklärungen betr. Ergotherapiestelle in Schwyz wurden durchgeführt. Das SRK übernahm eine kantonale Spitex-Beratungsstelle (50%-Stelle). 37 Blutspendeaktionen brachten 7562 Blutkonserven ein. 7 Fahrten wuden für Altersheimbewohner mit dem Invaliden-Car durchgeführt.

1989
Der Beschluss für eine Ergotherapiestelle für ambulante Behandlungen wurde gefällt. Zudem wird eine Professionalisierung der Spitex durch Weiterbildungskurse für Gemeindeschwestern und –pfleger initiiert.

1990
Eröffnung der ersten ambulanten Ergotherapiestelle im Kanton (28.9.) als «Beitrag zum 125-Jahr-Jubiläum: tätige Solidarität mit Behinderten». Erster Wiedereinstiegskurs für Krankenschwestern nach mehrjährigem Arbeitsunterbruch. Die geplante Personalvermittlung für Krankenschwestern kann mangels vermittelbarer Personen nur in sehr bescheidenem Rahmen stattfinden.

1991
Zitat des Präsidenten Dr. Georg Schuler: «Ohne Solidarität haben wir keine Zukunft!». Die Ausstellung «SRK zu Besuch» findet statt. Die Nachfrage im Kurswesen steigt kontinuierlich, es gibt Kurse wie: «Pflegen in der Familie», «ein Baby wird erwartet», «Babysitting», «ein glücklicher Lebensabend» oder «Grundpflegekurs»

1992
Aufbau des SRK-Notruftelefon. Sogenannte «Minicours» werden angeboten in Wickel, Fussmassage, Bachblüten, Depression, Parkinson, Begleitung Schwerkranker etc.

1993
Neueröffnung der Info-Stelle für Berufe im Gesundheitswesen. 595 Personen besuchen einen SRK-Kurs. Ergotherapie: 71 Personen werden in 275 Sitzungen (ambulant, stationär oder zu Hause) behandelt. Abonnenten des Notruftelefons werden monatlich besucht. 

1995
Neu werden Pflegehelferinnenkurse SRK durchgeführt. Die Einführung des Fahrdienstes bringt es mit 118 Freiwilligen auf rund 3000 geleistete Stunden.

1996
Eröffnung einer zweiten Ergotherapiestelle in Lachen. Die Spitex geht vom SRK Kanton Schwyz an den Spitexverband Kt. Schwyz. Der Fahrdienst verteilt Mahlzeiten. 

1998
Die Auskunftsstelle für Berufe im Gesundheitswesen realisiert gemeinsam mit der kantonalen Berufsberatungsstelle in den Spitälern einen neuartigen Spitalparcours. Es gibt 250 Auskünfte und führt 20 Einzelberatungen und zahlreiche Orientierungsanlässe v.a. an Schulen

1999
Einführung «Schnupperpass» für bessere Sichtbarkeit und leichteren Zugang zu Schnupperlehren im Gesundheitswesen.

2000
Die erste Homepage des KV SZ geht online.