Interview mit Karl (Kari) Marty

SRK Kanton Schwyz freiwilliger Fahrer

80'000 Kilometer für Hilfsbedürftige

Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Schwyz im Gespräch mit Karl (Kari) Marty aus dem Bezirk Einsiedeln. Er wurde im März, 2025 nach 11 Jahren im SRK-Fahrdienst, im Alter von 80 Jahren, in den Ruhestand verabschiedet.

Herr Marty, wie denken Sie über Ihre Zeit als Freiwilliger im Fahrdienst zurück?

Ich denke gerne an die geleisteten 80'000 km von Einsiedeln aus im Kanton Schwyz, nach Zürich, Altendorf, Zug oder Luzern und würde Auftragsfahrten jederzeit wieder annehmen. Ich freue mich, zukünftig meine Zeit für eine andere Tätigkeit im SRK einsetzen zu können: den SRK-Begleitdienst und mein Hobby, dem Lesen.

Wie kamen Sie zum Fahrdienst?

Als gelernter Schriftsetzer war ich, bis zu meiner Pensionierung im Jahre 2008, im grafischen Gewerbe und in verschiedenen Druckereien tätig.
Im Aussendienst hatte ich direkt mit Kunden zu tun und liebte es, unterwegs zu sein. In Siebnen lernte ich den Fahrdienstleiter Franz Schuler kennen, der mich dazu motivierte, diese Aufgabe für das SRK Kanton Schwyz zu übernehmen.

«Ich habe das sehr gerne gemacht und würde Auftragsfahrten jederzeit wieder annehmen.»

Erinnern Sie sich an besondere Begegnungen?

Ich liebte es, mich mit den Fahrgästen zu unterhalten. Da war ein autistischer Junge, der nicht sehr zugänglich war. Erst als ich eine Geschichten-CD abspielte, taute er auf und wollte diese bei den Fahrten immer wieder hören.

Wie organisierte sich Ihr Fahrdienst?

Ich erhielt von den Disponenten als Fahrer jeweils einen Auftrag, den ich als Selbständiger ausführte. Ich hatte bis jetzt kaum eine Fahrt abgelehnt. Manchmal waren auch Doppelfahrten notwendig, wenn ein Gast eine längere Aufenthaltszeit am Ziel hatte und erst später wieder nach Hause durfte. Das Fahrzeug war durch das SRK Kanton Schwyz versichert. Ich meldete der Fahrerdisposition monatlich meine Kilometerstände und rechnete direkt mit dem SRK Kanton Schwyz ab.

«Die Themen waren vielseitig und lenkten die Fahrgäste von ihren Sorgen ab.»

Welche Voraussetzungen braucht es für einen Fahrer?

Ich musste allzeit bereit sein, Empathie besitzen, mit Menschen umgehen können, zuverlässig, wach und ausgeschlafen sein. Es erforderte ein hohes Verantwortungsbewusstsein und gute Ortskenntnisse. Beim SRK musste ich einen Eignungstest machen und wurde für den Fahrdienst geschult. Da ich auch Fahrgäste mit Rollator oder einem Rollstuhl beförderte, verwendete ich einen Kombi.

Zurückblickend hatte ich grosse Freude an meiner Tätigkeit und dem guten Austausch mit der Fahrdienstleitung, den Kollegen und natürlich den Fahrgästen. 

Auf diese Weise lernte ich unsere schöne Heimat und viele spannende Menschen kennen. Ja, es ist so: «Schwyz – das sind wir.»