Neuer Lehrgang Pflegehelfende SRK «MiCura»

Ukrainerinnen werden für Arbeit in der Pflege ausgebildet

In Pfäffikon lernen 15 Ukrainerinnen Deutsch, um ab November einen Kurs zur Pflegehelferin zu absolvieren.
Leitungsteam MiCura
Leitungsteam MiCura: (v.l.) Daniel Reichlin (Amt für Migration), Rolf Hug (Prorektor BBZP), Andrea Heinzer (SRK Kanton Schwyz), Manja Mulder (Lehrerin MiCura), Stefanie Erzinger (SRK Kanton Schwyz) und Irina Bilyavska (Netzwerk Ukraine).

Der Kurs Pflegehelfende SRK «MiCura» vereint Deutschunterricht, einen Pflegekurs des Schweizerischen Roten Kreuzes und ein Praktikum im Pflegebereich unter einem Dach. In dieser Form ist der Kurs ein Pilotprojekt. Das Amt für Migration des Kantons Schwyz, das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Schwyz, das Berufsbildungszentrum Pfäffikon und das «Netzwerk Ukraine» sind daran beteiligt.

Seit 19. August läuft für 15 Ukrainerinnen der Deutschunterricht, im November startet an zwei Tagen pro Woche der SRK-Kurs mit gleichzeitigem Praktikum, welches an drei Tagen pro Woche stattfindet.

Nicht mehr wegzudenken

Die Leiterin Bildung beim Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Schwyz, Andrea Heinzer, ist zuversichtlich, dass die Teilnehmerinnen aus der Ukraine ihre praktische Ausbildung in einem der 34 Pflegeheime im Kanton fortsetzen können. Die Teilnehmerinnen sind guter Dinge und freuen sich, die-sen Ausbildungsplatz in der Pflege bekommen zu haben. Daniel Reichlin, Job Coach beim Amt für Migration erklärt, dass dieses Angebot bei Erfolg auch auf weitere Zielgruppen ausgeweitet werden könne.

Kurse für Pflegehelfende erleichtern die Integration von Geflüchteten und helfen zudem, den Fachkräftemangel in der Pflege zu mildern. «Inzwischen sind viele Geflüchtete, die vor Jahren einen Lehr-gang absolviert haben, aus unseren Heimen nicht mehr wegzudenken.»

Vorreiterrolle eingenommen

Die Geschichte des Lehrgangs Pflegehelfende SRK ist schon 65 Jahre alt. So lange gibt es diese Kurse national schon. In dieser Form – mit integriertem Deutschunterricht und als Kurs ausschliesslich für Geflüchtete – ist er ein Pilotversuch. Davon werden später viele weitere Interessierte profitieren, vorausgesetzt der Kurs gelingt.

In Pfäffikon lernen 15 Ukrainerinnen Deutsch, um ab November einen Kurs zur Pflegehelferin zu absolvieren.

Ich bin zuversichtlich, dass die Teilnehmerinnen ihre Ausbildung in einem der 34 Pflegeheime fortsetzen können.
Andrea Heinzer, Leiterin Bildung SRK Kanton Schwyz
Neuer Kurs für Pflegehelfende ist vollständig ausgebucht
Teilnehmerinnen MiCura
Die 15 ukrainischen Teilnehmerinnen des Lehrgangs Pflegehelfende SRK MiCura.

Am 19. August startete ein neuer Kurs im Haus der Gesundheit des Berufsbildungszentrums Pfäffikon (BBZP) mit 15 Teilnehmerinnen aus der Ukraine. «Mit dem Kurs Pflegehelfende SRK MiCura wird die Palette der Pflegeausbildungen im Haus der Gesundheit – von der Grundbildung bis zur höheren Fachschule Pflege – um ein weiteres Angebot erweitert », erklärt Rolf Hug, Prorektor des BBZP.

Über das «Netzwerk Ukraine», das beim Kompetenzzentrum Integration im Kanton Schwyz (komin) angesiedelt ist, wurden Interessenten für den Pflegeberuf gesucht. Rund 60 Personen, vorwiegend Frauen, nahmen im Frühling an drei Informationsveranstaltungen teil: im Alters- und Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach, im Wohn- und Pflegezentrum Stockberg in Siebnen und im Alterszentrum Rubiswil in Ibach. Neben Informationen zum geplanten Kurs erhielten die Interessierten durch Rundgänge in den Zentren Einblicke in die Arbeit in einer Alters- und Pflegeinstitution in der Schweiz. «In der Ukraine pflegen die Familien ihre betagten Angehörigen in der Regel zu Hause», erläutert Irina Bilyavska-Camenzind vom «Netzwerk Ukraine». In staatlichen Einrichtungen würden nur Personen aufgenommen, die keine Familie haben und in Armut leben.«Diese Institutionen haben dementsprechend kein hohes Ansehen»,ergänzt die gebürtige Ukrainerin.

Pilotversuch gestartet

Diejenigen Frauen, die weiterhin Interesse zeigten und nach einem Assessment sowie einem zweitägigen Schnuppereinsatz in einer Pflegeinstitution die Voraussetzungen für den Kurs erfüllten, haben nun während neun Wochen bis Ende Oktober die Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse im Haus der Gesundheit zu festigen,speziell angepasst für den Pflegebereich. «Gute Deutschkenntnisse auf B1-Niveau sind wichtig, ebenso einige Ausdrücke auf Schweizerdeutsch, damit sie die Bewohnerinnen und Bewohner verste-hen », erklärt Andrea Heinzer, Leiterin der Abteilung Bildung des SRK Kanton Schwyz. «Mit Manja Mulder, selbst Pflegefachfrau HF und DAZ-Lehrperson, konnten wir eine Lehrkraft gewinnen, die für diese fachspezifische Sprachbildung ideal geeignet ist»,freut sich Rolf Hug.

Ab November folgt der eigentliche Lehrgang Pflegehelfende SRK bei der SRK-Kursleiterin Stefanie Erzinger mit zwei Schultagen und drei Tagen Praktikum pro Woche in einem Pflegeheim. Laut Andrea Heinzer ist der Lehrgang Pflegehelfende SRK ein nationales Programm, das seit über 65 Jahren existiert und Personen an der Basis der Pflege ausbildet. Die Absolventinnen unterstützen bei der Körperpflege, bei den Aktivitäten des täglichen Lebens sowie in der Betreuung der Heimbewohnerinnen und -bewohner. «Aktuell

suchen wir nach Einsatzplätzen für ein halbjähriges Praktikum in Pflegeinstitutionen», sagt Heinzer. Sie ist jedoch zuversichtlich, dass die Teilnehmerinnen ihre praktische Ausbildung in einem der 34 Pflegeheime im Kanton fortsetzen können. «Wir gehen davon aus, dass alle bis Ende Mai 2025 ihr SRK-Zertifikat in den Händen halten werden», sagt Daniel Reichlin vom Amt für Migration überzeugt.

Öffnung für weitere Gruppen

Der Lehrgang, der intensiven fachspezifischen Deutschunterricht und den SRK-Lehrgang kombiniert, ist in dieser Form ein Pilotprojekt. «Wenn der Kurs ein Erfolg wird – wovon wir ausgehen – beabsichtigen wir, den Kurs ab nächstem Jahr für weitere Zielgruppen aus dem Flüchtlingsbereich zu öffnen und auch Männer dafür zu gewinnen », sagt Reichlin. «Männer wären eine Bereicherung für den Kurs und kommen in der Regel bei den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Heimen gut an», findet Andrea Heinzer vom SRK Kanton Schwyz. «Als Amt für Migration sind wir dankbar für die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren im Gesundheitsbereich und suchen stets nach neuen Möglichkeiten, Geflüchtete zu integrieren. Inzwischen sind viele Geflüchtete, die vor Jahren einen Lehrgang Pflegehelfende SRK absolviert haben, aus unseren Heimen nicht mehr wegzudenken»,erklärt Reichlin. (AfM/red)

Das Amt für Migration hat zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Schwyz, dem Berufsbildungszentrum Pfäffikon und dem «Netzwerk Ukraine» ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Geflüchteten aus der Ukraine soll der Berufseinstieg erleichtert werden.

Wir gehen davon aus, dass alle bis Ende Mai ihr SRK-Zertifikat in den Händen halten werden.
Daniel Reichlin, Job Coach, Amt für Migration